
Die Schützenschnur wird vom Bund der Tiroler Schützenkompanien in der altösterreichischen Form herausgegeben.
Die Berechtigung zum Erwerb und zum Tragen der Schützenschnur ist nur aktiven Mitgliedern – das sind Schützen, Marketenderinnen, oder auch Jungschützen, die tatsächlich mit der Kompanie ausrücken, sowie die körperliche und geistige Reife besitzen und einer Schützenkompanie des Bundes der Tiroler Schützenkompanien angehören – vorbehalten. Die Schützenschnur ist nicht übertragbar.
Sie darf nur zur Tracht, einheitlich an der linken Brustseite getragen werden. Anbringung: Die große Schlaufe an einem Knopf (bei Grün und Silber – Silberknopf, bei Gold – Goldknopf) auf der linken Schulter befestigt, langes Ende der Schnur ungefähr auf halber Höhe auf der Innenseite des Schützenrockes befestigt.
Besuche uns im Schützenheim
Das Schützenheim öffnet am Freitag, dem 06.03.2026 für das neue Schießjahr
Du findest uns im ersten Stock im Kultur- und Veranstaltungszentrum. Wir sind jeden Freitag von 19:00 bis 22:00 Uhr ausgenommen, an Feiertagen und zwischen Juli und August für euch da.
Alles Wissenswertes über unsere Richtlinien und Klasseneinteilungen findest du im aktuellen Ladschreiben.
Adresse
Bahnhofstraße 4, 6170 Zirl
Öffnungszeiten
Freitag
19:00 Uhr bis 22:00 Uhr
Jubiläumsscheibe 2026

Zwischen Wacht und Weitergabe
„Was wir heute bewahren, wurde einst unter Entbehrung verteidigt.“
Als der Morgen über dem Inntal anbricht und der Blick nach Norden wandert, steht sie noch immer da: die Porta Claudia. Verwittert, gezeichnet von Zeit und Geschichte, und doch aufrecht. Sie ist stumm, aber sie erzählt. Von Jahren der Unsicherheit, von Bedrohung und Wachsamkeit, von einer Zeit, in der Heimat nicht selbstverständlich war, sondern geschützt werden musste.
Im 17. Jahrhundert errichtet, war die Porta Claudia mehr als ein Bauwerk aus Stein. Sie war ein Versprechen: dass man nicht tatenlos zusieht, wenn Freiheit und Ordnung in Gefahr geraten. Sie kontrollierte den Zugang ins Inntal, bewachte den schmalen Weg nach Tirol hinein und erinnerte jeden, der diesen Pass durchquerte, daran, dass dieses Land seine Werte kannte – und bereit war, sie zu verteidigen.
In jener Zeit waren es nicht anonyme Heere allein, sondern vor allem Männer aus den Gemeinden selbst, die Verantwortung übernahmen. Bauern, Handwerker, Familienväter – Menschen, die ihre Heimat kannten und liebten. Aus diesem Geist heraus wuchs auch das Schützenwesen, getragen von Pflichtgefühl, Gemeinschaftssinn und tiefer Verbundenheit zur eigenen Herkunft.
Vor dieser historischen Kulisse stehen auf der Jahresscheibe zwei Schützen. Sie wirken ruhig, beinahe selbstverständlich – und doch tragen sie eine große Geschichte. Ihre Fahnen erzählen von Generationen, von Wandel und Beständigkeit. Der linke Fähnrich, Egger Hermann, trägt die „neue“ Fahne der Kompanie. Sie weht nicht im Sturm, sondern ruhig und fest. Sie steht für das Heute, für eine Zeit ohne äußere Bedrohung – aber nicht ohne Verantwortung. Sie erinnert daran, dass Tradition nur dann lebt, wenn sie bewusst angenommen und weitergeführt wird. Er steht für die neue Zeit, für Aufbruch mit Maß, für Fortschritt mit Bodenhaftung.
Der rechte Fähnrich, Meinrad, trägt die „ältere“ Fahne der Kompanie. Sie ist schwerer – nicht im Stoff, sondern in dem, was sie mit sich trägt. Sie steht für jene, die vor uns gegangen sind. Für Schützen, die Zeiten erlebt haben, in denen Zusammenhalt überlebenswichtig war. Für Opfer, Entbehrungen und für das stille Pflichtbewusstsein früherer Generationen. In ihr liegt Erinnerung – nicht verklärt, sondern ehrlich. Sie mahnt, was geschehen ist, und fordert Respekt vor dem Weg, der hinter uns liegt.
Zwischen diesen beiden Fahnen spannt sich ein unsichtbarer Faden. Vergangenheit und Gegenwart stehen sich nicht gegenüber – sie stehen nebeneinander. So wie die Porta Claudia nicht nur Ruine ist, sondern Mahnmal und Zeugnis zugleich, so ist auch diese Scheibe mehr als ein Jubiläumszeichen. Sie erinnert daran, dass das, was wir heute als selbstverständlich erleben, auf den Schultern vieler Generationen ruht.
380 Jahre Schützenkompanie Zirl bedeuten nicht nur Bestand, sondern gelebte Gemeinschaft. Sie erzählen von Zeiten des Aufbaus und der Bewährung, von Festen und stillen Momenten, von Menschen, die Verantwortung übernommen haben – oft ohne große Worte. Mit Demut blicken wir zurück auf das, was war, und mit Respekt auf jene, die diesen Weg gegangen sind.
Gleichzeitig steht diese Scheibe fest im Jetzt. Sie zeigt eine Gemeinschaft, die weiß, woher sie kommt, und die sich ihrer Aufgabe bewusst ist. Nicht um zu bewachen wie einst, sondern um zu bewahren: Werte, Zusammenhalt, Identität, Mut.
So verbindet diese Jahresscheibe Geschichte und Gegenwart. Sie mahnt, erinnert und ermutigt zugleich. Und sie zeigt: Wer seine Vergangenheit achtet, kann der Zukunft mit ruhigem Blick entgegensehen.
